Macao (Macau) in China



Bei Macao (Macau) handelt es sich um eine chinesische Sonderverwaltungszone. Beide Schreibweisen sind gleichwertig; während das Auswärtige Amt Macau schreibt, bevorzugen die meisten Lexika ebenso wie der größte Teil der Presse die
traditionellere Schreibweise Macao. Macao besteht aus der gleichnamigen Halbinsel sowie der Insel Taipeh, welche mit der früheren Insel Coloane durch Landaufschüttungen verbunden ist. Zwischen Taipeh und der Halbinsel Macao bestehen Straßenverbindungen über mehrere Brücken. Macao besitzt einen eigenen internationalen Flughafen. Zwischen Hongkong und Macao verkehren täglich mehr als 150 Fähren. Ebenso wie Hongkong darf auch Macao visafrei besucht werden; ein Ausflug aus anderen chinesischen Regionen in die Sonderverwaltungszone Macao gilt jedoch als Ausreise, so dass bei einer geplanten Rückkehr in das chinesische Kerngebiet ein Visum für eine mehrmalige Einreise erforderlich ist. Als Amtssprachen gelten auf Macao Chinesisch und Portugiesisch gleichermaßen, wobei als chinesische Amtssprache sowohl Hochchinesisch als auch Kantonesisch anerkannt sind. Die lokale Sprache Macaista wird nur noch von wenigen Menschen gesprochen.

Die erste Besiedlung Macaos datiert aus dem Jahr 1277, als Chinesen auf der Flucht vor Mongolen auf die damals vom Festland getrennte Insel flohen. Als die Portugiesen im sechzehnten Jahrhundert auf Macao landeten, fanden sie dort eine kleine Fischersiedlung vor. 1557 erbat Portugal offiziell von China die Genehmigung zur Aufnahme eines Stützpunktes auf Macao, dieser Bitte wurde entsprochen. Die Hoheit über Macao verblieb jedoch bei China, zunächst amtierten dort auch chinesische Gouverneure. Zwar gab es seit dem Jahr 1680 portugiesische Gouverneure auf Macao, dennoch verblieb die staatliche Hoheit bei China, während Portugal für den Stützpunkt Pacht bezahlte. Die Jesuiten bauten auf Macao im sechzehnten Jahrhundert die erste Universität des Fernen Ostens auf. Im Jahr 1849 erklärte Portugal die Unabhängigkeit Macaos von China, diese Erklärung führte zu einer kriegerischen Auseinandersetzung, welche Portugal zunächst verlor. Im Jahr 1887 stimmte China der Herrschaft Portugals über Macao schließlich zu. Während des Zweiten Weltkrieges blieb Macao bis 1943 neutral, danach errichtete Japan dort ein Protektorat, welches bis 1945 andauerte. Im Jahr 1949 stellte die chinesische Regierung den Anspruch auf Rückgabe Macaos an China, dieses Ansinnen wurde zunächst zurückgewiesen. Nachdem 1966 Unruhen auf Macao ausbrachen, da ein Großteil der Bewohner den chinesischen Kommunismus als Lebensform bevorzugte, wollte Portugal Macao an China zurückgeben. Zur damaligen Zeit wollte China sich jedoch nicht mit aus der Rückgabe einer kapitalistisch geführten ehemaligen Kolonie belasten, ein weiterer Vorstoß Portugals zur Rückübertragung wurde 1974 ebenfalls zurückgewiesen. Die Rückgabeverhandlungen begannen im Jahr 1985. China erlangte im Dezember 1999 die Souveranität über Macao zurück.

Macao wird als Sonderwirtschaftszone weiterhin nach kapitalistischen Maßgaben bewirtschaftet. Zur besonderen Gesetzgebung Macaos gehört die grundsätzliche Freigabe des Glücksspiels, so dass zahlreiche Tagesgäste aus Hongkong oder China nach Macao fahren, um dort ihr Glück im Spiel zu versuchen. China bestimmt in Macao lediglich die Außenpolitik sowie die Verteidigung, alle anderen Angelegenheiten regelt die Sonderverwaltungszone autonom. Die meisten Sportverbände haben den Sonderstatus Macaos anerkannt und einer von China unabhängigen Nationalmannschaft zugestimmt. Die WHO führt Macao in ihren Statistiken ebenfalls als eigenes Land und hat dort die höchste durchschnittliche Lebenserwartung festgestellt. Macao hat mit dem Macao-Pataca eine eigene Währung, welche mit einem festen Wechselkurs an den Hongkong-Dollar gebunden ist. Im täglichen Leben wird der Hongkong-Dollar ebenfalls akzeptiert.

Zu den schönsten Sehenswürdigkeiten Macaos gehören auch einige Kasinos. Um das Venetian Macao Casino herum wurden Kanäle nach dem Vorbild Venedigs angelegt, ein freier Platz wird durch den Nachbau des Glockenturmes vom Markusplatz geschmückt. Zusätzlich zu venezianischen Stilelementen findet der Betrachter auch zahlreiche Abbildungen chinesischer Glücksbringer; besonders typisch sind kleine Drachen und Fische. Die historische Altstadt von Macao wurde seitens der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt. Der Fernsehturm Torre Panorâmica bietet auf fünf Aussichtsplattformen eine sehr schöne und weite Sicht auf Macao und das Meer; besonders attraktiv ist ein in knapp 250 Metern Höhe um den Turm führender Außenring. Selbstverständlich befindet sich im Torre Panorâmica ein drehbares Restaurant. Wagemutige Besucher können hier auch die neue Trendsportart Sky Jump ausprobieren. Die Fassade der Pauluskirche gilt als Wahrzeichen Macaos. Als die Kirche 1835 abbrannte, blieb die Fassade stehen und zeigt auch als Ruine noch die Pracht des früheren Gotteshauses. Ein Teil des ehemals mit der Kirche verbundenen Klostergeländes wird heute für ein Museum genutzt, welches Bilder und Skulpturen aus nicht mehr für ihren ursprünglichen Zweck benutzten Klöstern und Kirchen zeigt. Das alte Fort Fortuleza del Monte bietet ebenfalls eine sehr schöne Aussicht auf Macao, zudem beherbergt es heute das Macao-Museum, welches über die Geschichte der heutigen chinesischen Sonderverwaltungszone informiert. Macao liegt am Meer und besitzt einige schöne Strände, dennoch reisen nur sehr wenige Gäste zum Baden dorthin.







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