Überblick über die chinesische Geschichte



Belastbare schriftliche Dokumente über die chinesische Geschichte liegen für Zeiträume seit etwa 3500 Jahren vor. Die traditionelle chinesische Geschichtsschreibung beginnt etwa 3000 Jahre früher, allerdings lässt sich für jenen
Zeitraum auf Grund fehlender schriftlicher zeitgenössischer Quellen nicht zwischen historischer Wirklichkeit und Legende unterscheiden. Der chinesische Mythos kennt drei Urkaiser, welchen sechzehn göttliche oder menschliche Kaiser vorausgegangen waren. Als Schöpfer der chinesischen Kultur gilt der “Gelbe Kaiser“ Huang Di, bei diesem handelt es sich mit Sicherheit um einen Mythos, zumal die Legende besagt, dass er ohne Geschlechtsverkehr durch einen Blitz gezeugt worden wäre. Huang Di hat der Überlieferung nach auch die chinesische Medizin begründet. Recht genaue Aufzeichnungen über die chinesische Geschichte liegen ab dem Jahr 221 v. Chr. vor, die Geschichte Chinas wird bis zum Ende der Kaiserzeit anhand der herrschenden Kaiser in Dynastien eingeteilt.

Vor 221 sind die Zeugnisse teils widersprüchlich, Ausgrabungsfunde belegen jedoch eindeutig eine Entwicklung von mindestens einhundertundsiebzig kleineren Kaiserreichen über sieben größere Staaten bis zur Einigung Chinas. Allerdings wurde die Einheit Chinas immer wieder durch vorübergehende Aufspaltung in unterschiedliche Reiche unterbrochen, des Weiteren wurden Teile des Landes kolonisiert. Die offizielle Darstellung der chinesischen Geschichte betont überwiegend die Einheit des Landes und erwähnt Spaltungen nicht oder nur in kurzen Sätzen. Eine wichtige Erweiterung erlebte das Staatsgebiet Chinas im siebzehnten Jahrhundert, als die Mandschuren ihr Einflussgebiet ausweiteten und die Qing-Dynastie begründeten; bis zu diesem Zeitpunkt lag die historische Mandschurai außerhalb der chinesischen Grenze. Auch nach der faktischen Vereinigung blieb das Gebiet noch für einen Zeitraum von etwa zweihundert Jahren für die Bewohner des chinesischen Kernlandes gesperrt.

Im zwanzigsten Jahrhundert wurden die chinesischen Kaiser abgesetzt und die Republik gegründet. Während des Zweiten Weltkriegs gerieten Teile des Landes unter japanische Oberhoheit, während die Mandschurai von 1945 bis 1946 von der Sowjetunion besetzt wurde. Ende der 1940-er Jahre wurde die Volksrepublik China als kommunistischer Staat gegründet. Bei der Gründung kam es zur Abspaltung Taiwans, dessen völkerrechtlicher Status von der Weltöffentlichkeit uneinheitlich bewertet wird. Taiwan kann nicht seine vollständige völkerrechtliche Souveränität erklären, ohne Gefahr zu laufen, eine chinesische Militärintervention heraufzubeschwören, während China auf Druck der Weltöffentlichkeit erklärt hatte, ohne eine endgültige Unabhängigkeitserklärung Taiwans auf diese zu verzichten. Durch die Rückgabe Hongkongs und Macaus an China entstanden zwei wirtschaftliche Systeme in einem Land, da die Fortführung der dortigen Wirtschaftsordnung eine wesentliche Forderung bei den Rückgabeverhandlungen mit Großbritannien und Portugal darstellte.







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