Die Republik China (1912-1949)



Die chinesische Geschichtsschreibung gibt für die Republik China den Zeitraum von 1912 bis 1949 an. Als Gründer der chinesischen Republik wird Sun Yatsen verehrt, dieser war tatsächlich zum ersten Präsidenten gewählt worden. Allerdings verzichtete
er auf das Amt,um einen Konflikt mit Yuan Shikai zu vermeiden. Unmittelbar nach der Republikgründung erklärten sich mehrere Südprovinzen Chinas für unabhängig, zeitweise übernahm Sun Yatsen die Regierungsgeschäfte in Kanton. Er hatte dabei jedoch die chinesische Einheit als Ziel vor Augen, welche bald wieder erfolgte. Sein Konkurrent Yuan Shikai wollte sich 1915 selbst zum Kaiser ausrufen, worauf er die Unterstützung seiner eigenen Anhänger verlor. Im Jahr 1917 wurde Pu Yi als letzter Kaiser der Qing-Dynastie erneut in sein Amt eingesetzt, dieses Intermezzo dauerte jedoch nicht länger als vierzehn Tage an. Im gleichen Jahr trat China in den Ersten Weltkrieg ein, indem es Österreich-Ungarn und Deutschland den Krieg erklärte. Gegen die beiden feindlichen Staaten kam es jedoch zu keinen Kampfhandlungen, die Kriegserklärung war aus taktischen Gründen erfolgt. Als erklärtermaßen auf Seite der Alliierten stehende Kriegspartei hatte das Land Schutz vor den Interessen japanischer Invasionsbestrebungen. Diese waren sehr real, zumal Japan bereits 1914 die bis dahin deutsche Kolonie Kiautschou erobert hatte. Im Jahre 1915 überreichte Japan der chinesischen Führung einundzwanzig Forderungen nach Gebietsabtretungen. Der alliierte Schutz Chinas vor den Invasionsbestrebungen Japans war unvollständig, da diese zumindest Kiautschou im Versailler Vertrag tatsächlich an Japan geben wollten. Hiergegen entwickelte sich der Widerstand des 4. Mai, welcher neben der Ablehnung aller Gebietsabtretungen an Japan auch frühe sozialistische Bestrebungen umfasste. Die Bewegung erreichte, dass China nicht dem Versailler Vertrag beitrat, sondern einen separaten Friedensvertrag mit Deutschland abschloss, dadurch wurde Kiautschou an China zurückgegeben.

Im Jahr 1931 eroberte Japan die Mandschurei und setzte dort den ehemaligen chinesischen Kaiser Pu Yi als Kaiser des von den Eroberern abhängigen Landes Mandschukuo ein. Das Land wurde nur von sehr wenigen Staaten diplomatisch anerkannt und bestand bis zum Jahr 1945. Das Gebiet wurde dann zunächst von der Sowjetunion besetzt und ein Jahr später an China zurückgegeben. Japan konnte bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges noch weitere Teile Chinas besetzten und gründete eine japanisch kontrollierte Republik, wobei die Hauptstadt Nanjing (Nanking) ebenfalls in den japanischen Einflussbereich kam. Im Rahmen dieser Eroberung kam es zum Massaker von Nanking, welchem mehr als 200 000 Kriegsgefangene sowie mehr als 20 000 Bewohnerinnen der Stadt zum Opfer fielen. Der verantwortliche General Matsui Iwane distanzierte sich später von den Taten der ihm unterstellten Soldaten, er wurde jedoch im Rahmen der Tokioter Prozesse verurteilt und hingerichtet. Zu den von Japan eroberten chinesischen Städten gehörte auch Shanghai; da dort die Einreise ohne Visum möglich war, konnten sich etwa 18 000 Juden aus Deutschland und Österreich dorthin vor der Verfolgung durch die Nazis retten. Die japanischen Eroberungen fielen mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges wieder an China zurück.

Das Ende des Zweiten Weltkrieges führte zu einem erneuten Aufflammen des chinesischen Bürgerkrieges zwischen den Nationalisten und den Kommunisten. Im Jahr 1949 setzten sich die Kommunisten durch und es kam zu einer erneuten Teilung des Landes, da die Gegner des Kommunismus sich auf die Insel Taiwan absetzten und dort einen bis heute bestehenden unabhängigen Staat ausriefen.







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