Südliche und Nördliche Dynastien und Sui-Dynastie



Den Zeitraum von 420 bis 581 bezeichnet die chinesische Geschichtsschreibung als den Zeitraum der Südlichen und Nördlichen Dynastien. Das Reich war während dieser Zeit weiterhin in einen Nordteil und einen Südteil gespalten. Während im Süden
chinesische Kaiser regierten, herrschten im Norden zunächst die nomadischen Xiongnu. Diese konnten das Land jedoch nicht wirksam einen, sondern zerstritten sich in Stammesfehden. Im Jahr 386 kam es schließlich zur Eroberung des gesamten Nordens durch die Tuoba (Tabgatsch). Bei diesen handelte es sich um einen Bund unterschiedlicher Stämme. Den Tuoba gelang es innerhalb relativ kurzer Zeit, das nördliche Teilland zu einer Einheit zu formen. Dabei importierten sie überwiegend nicht ihre kulturellen Errungenschaften nach China, sondern nahmen die chinesische Kultur an und strukturierten auch die Machtverhältnisse gemäß der in China traditionellen Formen. Die Einigung des Nordreiches endete jedoch im Jahr 523 durch einen Aufstand der Tuoba-Gruppen, welche der chinesisch geprägten Lebensweise ablehnend gegenüberstanden.

Bis zum Beginn der Sui-Dynastie im Jahr 581 wurde das Nordreich in zwei Teilreiche gespalten. Im Südreich Chinas wechselten während der Nördlichen und Südlichen Dynastien innerhalb sehr kurzer Zeit sechs unterschiedliche Dynastien ab. Die Machtübernahme erfolgte in der Regel dadurch, dass ein militärischer Führer sich gegen den Kaiser erhob, diesen absetzte und sich selbst zum Kaiser ausrief. Eine längere Regentschaft ist alleine vom Kaiser Liang Wu Di für die Jahre von 502 bis 549 bekannt. Der Kaiser förderte die Künste und sprach sich als erster und für einen langen Zeitraum einziger chinesischer Herrscher gegen die Todesstrafe aus. Das Ende seiner Regentschaft erfolgte durch eine Erhebung des Militärführers Hou Jing. Dieser stieg allerdings nicht selbst auf den Kaiserthron, sondern überließ diesen seinem Gefolgsmann Liang Jianwen Di. Sowohl vom Nordreich als auch vom Südreich gingen mehrere militärische Vorstöße zur Eroberung des anderen Landes aus, die jedoch keine anhaltenden Erfolge zeitigten. Im religiösen Bereich konnte sich im Süden der Buddhismus immer mehr durchsetzen, während einige der nördlichen Kaiser diese Religion aktiv bekämpften. Der Beginn der Sui-Dynastie im Jahr 581 markiert die Aufhebung der chinesischen Teilung nach dreihundert Jahren.

Für die chinesische Geschichte zählt die Sui-Dynastie zu den wichtigsten Epochen des Landes, da sie eine dreihundert Jahre währende Trennung beendete. Der Volksstamm der Sui ging aus assimilierten türkischen Adel. Nach der Übernahme der Macht im Nordreich konnte alsbald das Südreich erobert und China auf diese Weise vereinigt werden. Die Große Mauer wurde verlängert, zugleich erhielt das Landvolk dank einer Bodenreform mehr Rechte. Des Weiteren wurden die Strafgesetze deutlich gemildert. Während Kaiser Wen (Wendi) die Regierungsgeschäfte aufmerksam und mit großer Weitsicht führte, zeigte sein Nachfolger Yang (Yangdi) weniger Geschick. Er führte nicht nur zwei verlustreiche Kriege gegen den koreanischen Staat Goguryeo, sondern begab sich auch während einer Hungersnot auf Vergnügungsreise. Dieses Verhalten führte einen Bauernaufstand herbei, in dessen Verlauf der Kaiser erdrosselt wurde. Einige Quellen nehmen noch für ein Jahr die Herrschaft eines Kaisers Gong an, während andere Quellen direkt nach Kaiser Yang den Beginn der Tang-Dynastie ansetzen. Bei der Jahreszahl für das Ende der Sui-Dynastie (618) besteht wiederum Einigkeit in der chinesischen Geschichtsschreibung.







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