Vorgeschichte und frühe Dynastien in China



Die ersten Spuren einer Besiedlung Chinas sind 400 000 bis 600 000 Jahre alt und weisen auf das Leben des Homo erectus in diesem Gebiet hin. Der Homo sapiens kam etwa vor 40 000 Jahren in das Gebiet des heutigen China, wobei er aus westlich
gelegenen Regionen einwanderte. Der Anbau von Reis und Hirse kann ebenso wie die Herstellung von Keramik seit mindestens 8000 Jahren nachgewiesen werden. Im Gegensatz zu Europa haben die Archäologen bei Ausgrabungen in China nur wenige Werkzeuge aus Stein gefunden. Daraus lässt sich aber nicht ableiten, dass in China weniger Werkzeug als in anderen Regionen der Welt verwendet worden wäre. Fast alle Wissenschaftler nehmen an, dass in China der Werkstoff Bambus bevorzugt worden ist. Da dieser natürliche Rohstoff verwest, lassen sich die daraus hergestellten Gegenstände bei heutigen Ausgrabungen nicht mehr finden. Bambus wächst in China und wird auch heute noch häufig benutzt, so dass die Annahme seiner frühen Verwendung glaubwürdig ist.

Bei der Xia-Dynastie handelt es sich um die erste in schriftlichen Quellen belegte chinesische Dynastie. Ihre Datierung ist uneinheitlich; während einige Forscher ihren Beginn in das Jahr 4000 v. Chr. verlegen, geht die Mehrheit der chinesischen Historiker von einem Zeitraum zwischen 2200 und 1800 v. Chr. aus. Sicher überliefert sind die Namen von siebzehn Königen. Eine Minderheit unter den Geschichtswissenschaftlern verweist die gesamte Xia-Dynastie in das Reich der Legende, immer mehr Ausgrabungsfunde bestätigen jedoch ihre Existenz. Eindeutig ist aber ebenso, dass die Überlieferung aus der Zeit der Xia-Dynastie Geschichtsschreibung und Legendenbildung miteinander verknüpft. Das Territorium der Xia-Dynastie umfasste jedoch nicht das gesamte chinesische Kernland, sondern konzentrierte sich auf das Gebiet zwischen dem Gelben Fluss und dem Jangtsekiang. Eine andere Angabe über die Grenzen der Xia-Dynastie spricht ihr die Herrschaft über die heutigen chinesischen Provinzen Hebei, Shangdong und Henan zu.

Vor der Zeit der Xia-Dynastie wurde die Herrscherwürde in China nicht innerhalb der Familie vererbt, sondern der alte König wählte einen geeigneten Nachfolger aus. König Yu als erster Herrscher der Cia-Dynastie qualifizierte sich für seine Aufgabe durch die Bewältigung einer durch eine Überschwemmung ausgelösten Krise. Nach dem Tod des Königs Yu ignorierte sein Sohn Qi die Wahl seines Vaters für die Nachfolge auf dem Königsthron und ließ sich selbst zum König ausrufen. Den Widerstand gegen seine Selbsternennung schlug er militärisch nieder und ließ anschließend von den Fürsten der Stämme seines Herrschaftsgebietes die Nachfolge des Königs innerhalb der Familie als neues Gesetz bestätigen. Qis Sohn Tai Kang kümmerte sich nur wenig um seine Aufgaben als Herrscher und wurde nach einer innerfamiliären Rebellion durch seinen Bruder Zhong Kang abgelöst. Xiang als nächster Herrscher wurde von einem nicht mit Namen überlieferten Rebellen entmachtet, so dass die Dynastie zu seiner Zeit eigentlich unterbrochen wurde. Xiangs Sohn Shao Kang konnte die Rebellion jedoch niederschlagen und die Herrschaft übernehmen, welche sein Sohn Zhu festigte. Wenige Generationen später traten jedoch erneut Kämpfe gegen die Dynastie auf. Da Jié, der letzte Kaiser der Xia-Dynastie, sehr gewalttätig auftrat und despotisch regierte, verlor er die Unterstützung fast aller Stämme und wurde schließlich durch Tang vom Thron verjagt. Jié wird auch im modernen China noch als Synonym für Tyrannei und Gewaltherrschaft verwendet.

Tang herrschte als Stammesfürst über den Stamm der Shang, als er seine Chance erkannte, König über das von der Xia-Dynastie beherrschte Gebiet zu werden. Er trägt den Beinamen Chang, welcher erfolgreich bedeutet. Mit diesem Beinamen erkennt die chinesische Geschichtsschreibung an, dass Tang Shang sein Herrschaftsgebiet permanent ausweiten konnte und zugleich innenpolitisch einen Zustand des Friedens und der Zufriedenheit mit seiner Regierungsweise erreichte. Die übliche Datierung seiner Herrschaftszeit als König von China umfasst die Jahre von 1766 bis 1742 v. Chr. Die Shang-Dynastie dauerte vom sechzehnten bis zum elften vorchristlichen Jahrhundert an. Ein alternativer Name für diese Dynastie ist Yin-Dynastie, welcher von ihrer Blütezeit abgeleitet wurde, zu welcher Yin die Hauptstadt des Reiches war.

Das Territorium der Shang-Dynastie dehnte sich vom Ostchinesischen Meer bis zur heutigen Provinz Shaanxi sowie vom Yangtsekiang bis zur Provinz Liaoning aus. Damit wurde das um den Gelben Fluss gelegene Kerngebiet deutlich ausgeweitet. Aus der Zeit der Shang-Dynastie stammen die ersten Belege für die chinesische Schrift. Die Könige forcierten ihre Macht, indem sie sich als Stellvertreter Gottes darstellten und neben der weltlichen auch die religiöse Führung übernahmen. Auch die Shang-Dynastie scheiterte letztendlich an einem tyrannischen und despotischen König. Di Xhin, in einigen Quellen Zhòu genannt, unterdrückte das Volk, welches sich gegen ihn auflehnte. Er nahm sich das Leben, nachdem in einer entscheidenden Schlacht über die Weiterexistenz seiner Regierung nahezu seine gesamte Armee zu den Feinden übergelaufen war. Abgelöst wurde die Shang-Dynastie von der Zhou-Dynastie, deren Könige in Würdigung der Hauptstadt der von ihnen besiegten Dynastie den Beinamen Yin annahmen.Sie verlegten die Hauptstadt jedoch nach Zongzhou für den westlichen und Chenzghou für den östlichen Zweig ihrer Dynastie. Die Zhou-Dynastie legte die Grundlage für die spätere chinesische Einigung unter den Qi-Königen, vorher traten jedoch die Frühlings- und Herbstzeit sowie die Zeit der Streitenden Reiche in Erscheinung.

Die frühen Dynastien herrschten nur über einen kleinen Teil Chinas, während andere Teile von regionalen Fürsten oder auch von fremden Völkern beherrscht wurden. Zu großer Bedeutung kam dank seiner Reformen jedoch der Staat Jin. Dieser zerfiel wegen innerer Konflikte jedoch im Jahr 403 v. Chr. in die drei Staaten Whei, Zhao und Han. Weitere wichtige chinesische Staaten waren Qi, Qin, Chan und Hu. Diese Staaten hatten recht bald die umliegenden Reiche erobert, so dass sich die Anzahl von sechzehn Staaten trotz der Teilung des Reiches Jin auf sieben verringerte. Die Zeit der Streitenden Reiche wurde dadurch beendet, dass Qin alle anderen Länder eroberte und auf diese Weise China einigte sowie die erste gesamtchinesische Kaiserdynastie begründerte.







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