Terrakotta-Armee im Mausoleum Quin Shihuangdis



In der Nähe der Kleinstadt Lintong befindet sich das Grabmal des ersten chinesischen Kaisers Quin Shihuangdi. Die Anlage wurde 1974 durch Zufall entdeckt, seit dem Jahr 1987 zählt die Terrakotta-Armee zum Weltkulturerbe der UNESCO. Während neben
der Terrakotta-Armee auch eine größere Anzahl an Streitwagen gefunden werden konnten, wurde der Hauptgrabhügel bis heute noch nicht geöffnet. Den bekannten Schriftstücken nach enthält der Grabhügel mit großer Wahrscheinlichkeit Perlen und anderen Schmuck. Die vorhandene Literatur spricht des Weiteren von Tierfiguren als Grabbeigaben. Die Terrakotta-Armee besteht aus den Abbildungen von Soldaten in Lebensgröße. Es handelt sich um mehr als siebentausend einzelne Krieger, welche sich durch individuelle Gesichtszüge voneinander unterscheiden. Die Funde verteilen sich auf drei Gruben, wobei in der ersten die Darstellung einer frühen chinesischen Armee in der Schlachtordnung befindet. In der zweiten Gruppe wurden Soldatenfiguren unterschiedlicher Ränge und Funktionen gefunden, welche nicht wie in einer Schlacht angeordnet sind. Die dritte Gruppe enthält vermutlich die Darstellung der Kommandoebene der Armee des ersten chinesischen Kaisers.

Die Darstellung der Figuren in der ersten Grube zeigt die Aufteilung der chinesischen Armee in eine Vorhut, die Hauptgruppe und die Nachhut. Den Figuren sind Waffen in Originalgröße beigegeben worden. Bei den Waffen handelt es sich um Armbrüste, Schwerter und Pfeile. Auffällig ist, dass alle dargestellten Soldaten ihren rechten Unterarm angewinkelt haben.

Zu den größten Attraktionen im Museum gehören neben den Figuren der Terrakotta-Armee zwei reichlich mit Gold und Silber geschmückte Streitwagen, welche in den letzten Jahren restauriert werden konnten. Es wird angenommen, dass in den noch nicht komplett freigelegten Gruben weitere Kriegswagen gefunden werden, die Literatur spricht davon, dass der Kaiser über mehr als fünfzig Wagen geboten habe. Bei den bislang gefundenen und restaurierten Wagen handelt es sich um einen Wagen, dessen Insassen aufrecht stehen mussten, während sie im anderen Streitwagen sitzen konnten. Ein aufrecht stehender Wagenlenker hat in der Schlacht nicht nur einen besseren Überblick, er kann auch wesentlich besser als im Sitzen reagieren. Der gemäß der Legende vollständig vergoldete Wagen des Kaisers wurde bislang noch nicht gefunden.

Während Touristen überwiegend von der Anzahl der dargestellten Soldaten beeindruckt sind, gewinnen Historiker anhand der Figuren wichtige Hinweise zur Kleidung sowie zum Aufbau der Streitmacht zur Zeit der Qin-Dynastie, welche als erste chinesische Kaiserdynastie gilt. Zugleich lassen die Funde die bereits im alten China bekannten Arbeitstechniken erkennen.

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