Die Thomaskirche in Leipzig



Im ruhigen Agnesviertel der Stadt Leipzig befindet sich eine der bekanntesten und am meist besuchten Kirchen Deutschlands, die Thomaskirche. Schon von der Ferne sind die steilen Giebeldächer (übrigens die steilsten Kirchengiebeldächer in Deutschland)
zu erkennen und wecken die Neugier auf das alte Bauwerk. Erreicht man die Kirche sieht man oftmals einen großen Chor davor, der, begleitet von sanfter Orgelmusik, wunderschöne Kirchenlieder singt. In Kombination mit der hübschen Fassade des Gebäudes, werden vermehrt die Fotoapparate gezückt, um die Chöre zu fotografieren. Danach lassen sich Touristen eine Besichtigung der Thomaskirche meistens nicht mehr entgehen. Man vermutet, dass die Thomaskirche bereits seit dem 12. Jahrhundert existiert, denn bei Grabungen vor vielen Hundert Jahren fand man Grundmauern des Gebäudes und Wandmalereien, die auf das 12. Jahrhundert schließen lassen. So wirklich entstanden ist sie dann im Jahr 1212, indem auch der Leipziger Thomanerchor etabliert wurde. Erst Ende des 15. Jahrhunderts ist die Thomaskirche jedoch so gebaut worden, wie sie noch heute vorzufinden ist. Sie ist insgesamt 76 Meter lang und hat sieben Ebenen. Sie ist recht schlicht im gotischen Stil gehalten, aber wirkt aufgrund ihrer steilen Giebeldächer und schönen großen Fenster irgendwie märchenhaft.

Viele geschichtsträchtige Ereignisse, wie die Predigt von Martin Luther im Jahr 1539 oder die Taufe Richard Wagners viele Jahrhunderte später, zeichnen die Thomaskirche aus und machen sie daher zu einem beliebten Anlaufpunkt. Besonders bekannt wurde die Sehenswürdigkeit durch Johann Sebastian Bach, der hier als Thomaskantor wirkte und zahlreiche Stücke komponierte. Ihm zu ehren wurde auch das große Bachdenkmal vor die Thomaskirche gesetzt. Im Inneren des Gebäudes kann das Grab des berühmten Komponisten besucht werden. Auch Mozart gab einst ein Konzert in der Leipziger Thomaskirche.

Im Zweiten Weltkrieg erlitt die Thomaskirche einige Schäden, wurde aber nicht völlig zerstört. Man baute viele Elemente originalgetreu nach, so dass bautechnisch kaum ein Unterschied zu bemerken ist. Das Innere des Bauwerks besticht durch ein wunderschönes Gewölbe und zahlreiche dicht aneinandergereihte Gemälde aus dem 17. Jahrhundert. Der Paulineraltar direkt hinter dem Bachgrab ist ein sehr kostbares und schön anzusehendes Element in der Kirche, ebenso die vielen verzierten Glasfenster, die - jedes für sich - eine interessante Geschichte zu erzählen haben.

Heute finden viele Veranstaltungen in der Thomaskirche statt und jeden Samstag gibt der älteste Chor Deutschlands, der Thomanerchor, sein Können zum Besten. Danach finden hier Gottesdienste statt, weshalb eine Besichtigung zu dieser Zeit nicht möglich ist. Wer gerne an einer informativen Führung teilnehmen möchte, sollte sich vorab informieren und anmelden. In kleinen Gruppen werden Führungen angeboten und man erhält einen interessanten Einblick in die Wirkungsstätte Bachs, über die Entwicklung des Thomanerchors und die lange Geschichte der Thomaskirche an sich. Ein Besuch lohnt sich allemal.







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