Marokko: Reisekrankheiten



Nichts kann einem den Urlaub mehr verderben, als mittendrin krank zu werden. Gegen plötzliche Krankheiten ist man zwar grundsätzlich nirgendwo gefeit, aber in Marokko gibt es einige zusätzliche Gesundheitsrisiken, auch für schwere, lebenslange
Folgekrankheiten, auf die man achten sollte - und einige Vorbereitungen, die man vor Reiseantritt auf jeden Fall treffen sollte. Der erste Schritt ist auf jeden Fall einen – ausreichend umfassenden – Blick in die eigene Impfkarte zu werfen: Tetanus, Diphtherie und Polio sollten auf jeden Fall geimpft worden und aktuell sein, im Zweifelsfall sollte man diese Impfungen in Abstimmung mit dem eigenen Hausarzt möglicherweise auffrischen. Gerade die Tetanus-Impfung liegt bei vielen sehr lange zurück, und wenn man zwischendrin nicht eine schwere Verletzung hatte, wo bei der Wundversorgung geimpft wurde, ist der Schutz oft nicht mehr gegeben. Polio – sprich Kinderlähmung – ist eine Virusinfektion, die trotz ihres Namens durchaus auch Erwachsene noch bekommen können und die in manchen Mittelmeergebieten, zu denen auch Marokko gehört, noch nicht wie bei uns vollständig ausgerottet ist. Für die Diphtherie gilt ähnliches. Eine Impfung sowohl gegen Hepatitis A (infektiöse Gelbsucht) und Hepatitis B (eine Form der Leberentzündung) ist in jedem Fall dringendst anzuraten, gerade im Mittelmeerraum sind beide Krankheiten weit verbreitet, und das Ansteckungsrisiko ist sehr hoch. Auch eine Typhus-Impfung, mindestens 10 Tage vor Reiseantritt, halten Mediziner für ratsam. Mit diesen Basisimpfungen ist man dann auf jeden Fall gegen die übelsten Dinge ausreichend geschützt – man sollte sich aber auf jeden Fall darum kümmern, dass man die Impfungen, und das gilt vor allem für Hepatitis, auch lang genug vor Reisebeginn durchführt.

Was eine Malaria-Prophylaxe betrifft, gehen die Meinungen auseinander: Normalerweise ist das Malaria-Risiko in Marokko während der Hauptreisezeit und in den Tourismusgebieten eher gering, und die aufwändige Malaria-Prophylaxe macht dabei nicht wirklich Sinn. Solange man sich ausreichend vor Mückenstichen schützt und nur zur Hauptreisezeit in den touristischen Gebieten aufhält, kann man auf eine Prophylaxe verzichten. Wer aber auch andere Landstriche erkundet, Touren unternimmt, oder auch außerhalb der üblichen Hauptreisezeiten in Marokko unterwegs ist, sollte eine Malaria-1-Prophylaxe mit Medikamenten wie Chloroqin auf jeden Fall mit dem Hausarzt besprechen.

Auf den ersten Blick mag die ganze Liste der Impfungen etwas erschreckend wirken – es ist nur Vorbeugen einfach in jedem Fall besser, als dann das Nachsehen zu haben. Gegen alle durch Einzeller übertragenen Krankheiten schützt man sich hingegen am besten, indem man grundsätzlich nur Wasser aus Flaschen trinkt, Obst und Gemüse nicht mit Leitungswasser wäscht, sondern kocht oder schält und grundsätzlich von allem Abstand nimmt, was nicht gekocht oder schälbar ist. Auch bei Eiswürfeln in Getränken ist immer Vorsicht geboten – sie sind in manchen Gegenden aus dem dort nicht ausreichend gechlortem Leitungswasser bereitet und tragen daher das Risiko für schwere Darmerkrankungen gleich direkt in sich. Ebenso sollte man – aus den gleichen Gründen – in stehenden Gewässern keinesfalls baden, auch wenn die Hitze noch so drückend ist. Ungeschützte Sexualkontakte bergen wie auch überall sonst auf der Welt ebenso das Risiko, sich mit Hepatitis B und HIV anzustecken.

Ganz allgemein ist in den Städten die medizinische Versorgung durchwegs gut, viele Ärzte sprechen deutsch, englisch oder französisch – von den abgelegeneren Landgebieten kann man das aber keinesfalls behaupten - und die Behandlungen müssen überall sofort und bar bezahlt werden. Der Abschluss einer Reisekrankenversicherung ist also ratsam, gemeinsam mit einer Rücktransportversicherung im Krankheitsfall. In die eigene Reiseapotheke gehören zumindest Mittel gegen Durchfall, Schmerzen und Fieber, ausreichend Pflaster, um Wundinfektionen zu vermeiden und ein gutes Desinfektionsmittel. Gegen die Schwierigkeiten, sich an das teilweise sehr heiße und drückende Klima zu gewöhnen, was sich oft auch in Muskelschmerzen, Erschöpfungszuständen und leichtem Fieber äußert, hat sich Paracetamol sehr gut bewährt – auch US-Soldaten werden bei Tropeneinsätzen mit dem Zeug regelrecht gefüttert. Sollte einen – was aufgrund der Umstellung nicht selten der Fall ist, der Durchfall ereilen, ist es ratsam, auf ausreichend Flüssigkeitszufuhr zu achten, und vor allem die verlorengegangenen Körpersalze (Elektrolyte) zu ersetzen. Fertige Elektrolytpackungen für diese Fälle bekommt man in praktisch allen Apotheken.







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