Karthago in Tunesien



Das Karthago der Gegenwart ist ein Villenvorort der tunesischen Hauptstadt Tunis. Urlauber werden dort jedoch weniger von den modernen Villen als von den Überresten der historischen Stadt Karthago angezogen. Da die meisten Touristen einen Tagesausflug nach Karthago buchen und dort die gesamte Stadt besichtigen,
soll sie auch als eine Sehenswürdigkeit dargestellt werden, wenngleich das Museum oder die Kathedrale auch zu einer ausgedehnteren Besichtigung einladen, so dass ein weiterer Urlaubstag in der alten Stadt sinnvoll ist. Drei Kriege gegen Rom führten zum Untergang des einst mächtigen Karthago, die Stadt wurde jedoch alsbald unter römischer Führung neu errichtet. Heutige Ausgrabungen zeigen eine Mischung von Elementen der alten punischen Zeit sowie von römischen Häusern und römischer Lebensweise. Die wichtigsten Exponate werden im Nationalmuseum von Karthago gezeigt, wo ein archäologischer Park vier Abteilungen aufweist. Die prähistorische Abteilung erzählt von der Zeit vor dem Erstarken der Stadt als Handelsmacht, welche während ihrer Blüte sowohl Sardinien als auch Sizilien unterwerfen konnte. Über diese Ereignisse und natürlich auch den großen Feldherrn Hannibal gibt die punische Abteilung Auskunft, während die römische Ausstellung aus der Zeit berichtet, als Karthago zum Römischen Reich gehörte. Dieser Zeitabschnitt ging über in die frühchristliche Zeit.

Allerdings werden nicht alle Ausgrabungsfunde aus der Stadt im Nationalmuseum ausgestellt, ein sehr großer Teil der Funde befindet sich im Bardo Museum im Zentrum der Hauptstadt. Der größte Teil des heutigen Archäologie-Parks wurde zur römischen Zeit als Therme genutzt; bei den Thermen in Karthago handelte es sich um das größte außerhalb der Stadt Rom gelegene Thermalbad im Römischen Reich.

Unmittelbar neben dem Nationalmuseum befindet sich die Kathedrale von Karthago, welche erst im Jahr 1890 errichtet wurde. Die Kirche wird heute nicht mehr für Gebete genutzt, sondern dient als kultureller Veranstaltungsort. Im Innenraum der Kirche befinden sich nicht weniger als 174 aus Marmor errichtete Säulen, die Bemalung der Decken besteht aus interessanten geometrischen Figuren, welche in immer neuen Varianten aufgemalt sind. Die 284 Fenster der Kathedrale sind sehr abwechslungsreich gestaltet. Der Bau der Kirche folgte insgesamt dem maurischen Stil, so dass gewisse Ähnlichkeiten mit einer Moschee auffallen. Dennoch ist die Kathedrale eindeutig als Kirche erkennbar; dafür sorgt alleine schon der an ein Kreuz erinnernde Grundriss des Gebäudes.

Der offizielle Name des heutigen Tuniser Villenvorortes lautet Salammbo, er wird aber auch von Einheimischen nicht selten als Karthago bezeichnet. Mitten im Siedlungsgebiet befindet sich ein alter punischer Kultplatz, der als Le Tophet bezeichnet wird. Le Tophet war der wichtigste Kultplatz der Einwohner Karthagos und zugleich ein großer Begräbnisplatz. Die dort gefundenen Gräber stammen aus der Zeit vom achten Jahrhundert v. Chr. bis hin zur frühchristlichen Zeit. Weitere sehenswerte Orte in Karthago sind die beiden Häfen der Stadt. Der Handelshafen war vom Kriegshafen durch Mauern abgetrennt, da letzterer als strenges militärisches Sperrgebiet galt.

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