Borreliose - Gefahr durch Zecken



Beschreibung/Ursache
Borreliose kommt weltweit vor. Die natürlichen Reservoirs der Erreger bilden Nagetiere, aber auch Vögel. Bei einer Blutmahlzeit nehmen die Zecken die Erreger auf und geben sie dann an den Menschen weiter. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist jedoch nicht möglich.
Die Borreliose verläuft in drei Phasen. Neben Hautveränderungen an der Einstichstelle können Gelenkentzündungen, sowie Schäden am Nervensystem auftreten. Besonders im Zeitraum zwischen Mai und Oktober ist die Gefahr groß, von einer Zecke gebissen zu werden. Mit diesem Risiko steigt auch leider die Gefahr, von einer Zecke erwischt zu werden, die die Borrelien in sich trägt. Entgegen jeglicher Annahme, Zecken würden auf Baumästen sitzen und sich fallen lassen, wenn einer „vorbeikommt“, muss man anmerken, dass dem nicht so ist. Zecken sitzen bevorzugt im Kniehohen Gras und in Sträuchern. Sie sind ständig in Lauerstellung und warten auf einen geeigneten Wirt. Als solche können Menschen, aber auch Hunde und Katzen angesehen werden. Zecken haben ein besonders ausgeklügeltes System, mit dem sie in Bruchteilen von Sekunden feststellen können, ob es ein geeigneter Wirt ist, der sich gerade nähert. Ist er das, lassen sich die Zecken fallen und wandern zu warm-feuchten Stellen am Körper (Schambereich, Achselhöhlen, Haaransatz am Hinterkopf). Dort dringen sie in die Haut ein und beginnen mit ihrer Blutmahlzeit. Da sich die Erreger im Verdauungstrakt der Zecken befinden, kommt es zu einer Infektion, wenn die Zecke am Ende ihrer Blutmahlzeit Magenreste in die Wunde würgt.

Symptome/Diagnose
Das Beschwerdebild einer Borrelieninfektion kann große Unterschiede aufweisen. Zudem weisen alle drei Phasen unterschiedliche Symptome auf, wobei man anmerken sollte, dass rund 50% der Infektionen ohne jegliche Symptome verlaufen. Borreliose kann in jeder Phase spontan ausheilen, es können auch Phasen einfach „übersprungen“ werden. Deswegen ist eine Diagnose nicht gerade einfach.

Inkubationszeit: Phase 1: zwischen wenigen Tagen und einigen Wochen, Phase 2: Zwischen wenigen Wochen und einigen Monaten, und bis Phase 3 erreicht wird, können mehrere Monate, aber auch Jahre vergehen.

Symptome Phase 1:
Meist beginnt die Erkrankung mit einer Hautveränderung an der Einstichstelle. Es entsteht ein roter Fleck, der sich vergrößert und in der Mitte ausbleicht. Das Mal ist vollkommen schmerzlos und verursacht keine Beschwerden. Zusätzlich zum roten Fleck können Beschwerden, wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Bindehautentzündung, aber auch Muskelschmerzen und Gelenkentzündungen auftreten. Auch die Lymphknoten können anschwellen.
Anmerkung: In vielen Fällen verläuft Phase 1 ohne den roten Fleck!

Symptome Phase 2:
Nachdem einige Wochen, oder sogar Monate nach dem Zeckenstich vergangen sind, kommt es zu brennenden Nervenschmerzen. Meist treten diese Beschwerden in der Nähe der Einstichstelle auf. Des Weiteren können Schwellungen der Lymphknoten, Lähmungen und Ausfallerscheinungen (Gefühlsstörungen) auftreten. Nicht selten wird auch das Herz in Mitleidenschaft gezogen. Hier sind Herzmuskelentzündungen und Herzbeutelentzündungen zu beklagen. Weitere Symptome können rötlich gefärbte Hauttumore sein, die bei Kindern an den Ohrläppchen, bei Erwachsenen bevorzugt am Hodensack, oder an den Brustwarzen befinden.

Symptome Phase 3
In der Spätmanifestation kommt es Monate, oder Jahre nach dem Zeckenstich zu Lyme-Arthritis, an den Kniegelenken, am Ellenbogen-, Sprung-, Finger-, Zehen-, Handwurzelgelenken. Auch die Kiefergelenke können betroffen sein. Zwar bilden sich die Entzündungen auch ohne Therapie nach einiger Zeit zurück, doch können sie nach einigen Monaten, oder Jahren erneut auftreten. Hautveränderungen können ebenfalls auftreten. Diese zeigen sich meist als Schwellungen an den großen Gelenken (Ellenbogen, Unterarme, Kniegelenke und Unterschenkel). An diesen Stellen färbt sich die Haut blaurot und wird ganz dünn. In der Spätmanifestation kann es unter Umständen – wenn auch äußerst selten – zu Gehirnentzündung kommen. Die Folgen sind geistiger Abbau, Lähmungen und Störungen in der Koordination.

Für eine Diagnose ist es erforderlich, im Blut entsprechende Antikörper nachweisen zu können. Diese sind jedoch erst Wochen nach der Infektion vorhanden, was bedeutet, ein Fehlen der Antikörper ist kein eindeutiger Hinweis, dass man sich nicht mit den Bakterien infiziert hat. Umgekehrt sind die Antikörper noch Jahre nach der Ansteckung nachweisbar, allerdings kann man dann nicht mehr sagen, ob sich der Patient erst kürzlich angesteckt haben könnte. Bei Verdacht auf Neuroborreliose wird der Liquor auf Erreger untersucht.

Therapie/Verlauf
Für eine erfolgreiche Therapie ist die Phase 1 am ehesten geeignet. Eine Behandlung mit Antibiotika über zwei Wochen zeigt in diesem Stadium ihre positive Wirkung. Auch in den beiden anderen Phasen kann man mit einer Antibiotika-Therapie beginnen, es dauert dann statt zwei Wochen etwas länger, nämlich etwa drei bis vier Wochen. Eine Therapie ist auch nicht immer erforderlich. In vielen Fällen heilt die Krankheit vollständig selbst aus. Allerdings ist die Therapie nützlich, um spätere Folgen, wie Lähmungs- und Ausfallerscheinungen vermeiden zu können.

Bei vielen Patienten verläuft die Erkrankung ohne Symptome, sie merken gar nicht, dass sie erkrankt sind. Ohne Behandlung dauert es einige Wochen, bis die Gelenkentzündungen und andere milde Beschwerden praktisch von alleine verschwinden. Wird jedoch das Herz, oder das Gehirn in Mitleidenschaft gezogen, kann es zu schweren Verläufen kommen.

Prophylaxe/Impfung
Eine wirksame Impfung gegen Borreliose existiert nicht. Aber Sie können sich selbst schützen. Meiden Sie den Kontakt mit Zecken, indem Sie auf entsprechende Kleidung achten. Hosen am besten in Socken stecken, geschlossene Schuhe tragen. Wer sich viel im Freien bewegt, insbesondere an Orten, wo vermehrt Zecken vorkommen, sollte sich regelmäßig nach Zecken absuchen. Hierbei sollte man anmerken: Auch wenn die Zecken warm-feuchte Körperstellen bevorzugen, können sie überall am Körper ihre Blutmahlzeit verrichten. Deshalb nicht nur den Schambereich und die Achselhöhlen untersuchen. Wenn Sie eine Zecke finden, sollten Sie diese vom Arzt entfernen lassen.

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