Ciguatera ist eine Fischvergiftung



Beschreibung/Ursache
Die Ciguatera ist die wohl weltweit häufigste Fischvergiftung. Während eine Fischvergiftung hierzulande meist relativ harmlos verläuft, kann die Ciguatera auch tödlich enden. Das Problem bei dieser Erkrankung ist, dass das Gift Ciguatoxin sehr hitzebeständig ist, und somit unzerstörbar ist.
Auch ein Tiefkühlen der Fische kann dem Gift leider nichts anhaben. Fische, die das Toxin in sich tragen sind von anderen, ungiftigen Fischen äußerlich nicht zu unterscheiden. Das Toxin wird nicht von den Fischen gebildet, sondern von einem Algenbewohner. In den Menschen gelangt das Gift über die natürliche Nahrungskette. Kleine Tiefseefische ernähren sich von den Algen und nehmen so das Gift in sich auf. Diese werden wiederum von Raubfischen gefressen und tragen somit das Gift in sich. Für die Fische hat Ciguatoxin keinerlei Wirkung. Dieses Nervengift verursacht beim Menschen jedoch heftige Beschwerden. In einigen Fällen kann die Erkrankung Ciguatera tödlich enden. Unzählige Arten von Fischvergiftungen sind bekannt, dazu gehört auch die Vergiftung durch den Kugelfisch, der an sich giftig ist und nur von speziell hierzu ausgebildeten Köchen (Fugu-Koch) zubereitet werden darf. Anders ist es im Fall von Ciguatera. Diese Fischvergiftung erfolgt durch den Verzehr von sonst ungiftigen Speisefischen. Ein Gegengift existiert nicht, und auch die Behandlung gestaltet sich schwierig, da für die Krankheit keine spezielle Therapie vorliegt.

Betroffen sind die Regionen der Karibik (z.B. Dominikanische Republik), des Indischen Ozean und des Pazifik, die zwischen den 35. nördlichen und 35. südlichen Breitengraden liegen.

Symptome/Diagnose
Binnen kurzer Zeit – meist einige Stunden – treten die ersten Beschwerden auf. Diese sind in der Regel Schwitzen, Taubheitsgefühl und Brennen im Mundbereich. Nur kurze Zeit später erweitert sich das Beschwerdebild. Zu den bereits vorhandenen Symptomen kommen Schwindel, Schüttelfrost, Erbrechen, Durchfall, Übelkeit und starke Muskelkrämpfe. Vom Taubheitsgefühl und vom Brennen sind meist Hände und Fußsohlen betroffen, die Patienten beschweren sich über starken Juckreiz und starkes Brennen an den Fußsohlen. Patienten, die an Ciguatera erkrankt sind, entwickeln ein für die Diagnose eindeutig identifizierbare Beschwerden. Die Wahrnehmung von heiß und kalt macht eine Umkehr, wenn auch nur in eine Richtung. Kalte Luft, kalte Speisen, oder Getränke werden als extrem heiß empfunden. Sobald diese Symptome auftreten, fühlen sich die Erkrankten sehr schwach. In einigen Fällen können Herz-Kreislaufbeschwerden auftreten. Herzrhythmusstörungen und Kreislaufschwäche sind Symptome, die bei einer Ciguatera auftreten können. Je nach Alter der Patienten, sowie je nach Grad der Vergiftung können die Symptome schwächer oder stärker ausfallen. Die Beschwerden halten über mehrere Monate an.

Eine Fischvergiftung allgemein, stellt schon eine besondere Herausforderung an die Ärzte, bei der Diagnosestellung. Für eine eindeutige Diagnose ist es wichtig, den Arzt nicht nur über die Beschwerden ausführlich zu informieren, sondern auch, in welcher Region, welche Fische in welchem Zeitraum man gegessen hat. Sind die Symptome nur schwach ausgeprägt, gestaltet sich eine Diagnosestellung schwierig. Bei ausgeprägtem Beschwerdebild, vor allem das Vorhandensein der Heiß-Kalt-Umkehr geben wichtige Anhaltspunkte für den Arzt.

Therapie/Verlauf
Eine Therapie, oder ein Gegengift gegen das Ciguatoxin existiert leider nicht. Deshalb können nur die Symptome behandelt werden. Im akuten Vergiftungsfall wird dem Patienten Zuckeralkohol verabreicht. Diese Infusion wirkt stark harntreibend und begünstigt das Ausscheiden des Giftes. Wird man bereits in den ersten Stunden nach einer Vergiftung behandelt, kann es sich lohnen, den Magen auszupumpen um giftige Substanzen (Fischfleisch) zu entfernen, noch bevor sich alles Gift im Körper ausbreiten kann.

Die Chance auf Heilung ist bei der Ciguatera eigentlich sehr gut. Allerdings müssen Patienten damit rechnen, dass ihre Beschwerden über viele Monate lang anhalten werden. Die Sterblichkeitsrate liegt zwischen 1 und 7%.

Prophylaxe/Impfung
Ciguatera, bzw. das Ciguatoxin ist den Fischen nicht anzumerken, es ist also praktisch unmöglich vorher festzustellen, ob ein sonst harmloser Fisch das Gift in sich trägt, oder nicht. Die betroffenen Fischarten können im Allgemeinen bedenkenlos verzehrt werden, handelt es sich doch hierbei um Speisefische aus dem Indischen, und dem Pazifischen Ozean. In dieser Form ist eine Vorsorge also praktisch unmöglich. Wer auf Nummer Sicher gehen möchte, kann nur eines tun. In den betroffenen Regionen während des Urlaubs einfach gar keinen Fisch zu essen, auch wenn diese noch so verlockend angerichtet sind. Da das Gift praktisch unzerstörbar ist (Hitze- und Kälteresistenz), kann man auch nicht vorbeugen, indem man nur gekochten, gebratenen, oder gegrillten Fisch zu sich nimmt. Einige meteorologische Bedingungen begünstigen die Aufnahme des Giftes durch die Fische. Zu diesen Bedingungen gehören Seebeben, Algenblüte, heftige Stürme und Unwetter in den betroffenen Regionen.

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