Frühsommer Meningo-Enzephalitis FSME



Beschreibung/Ursache
FSME wird durch das FSME-Virus verursacht und ist eine entzündliche Erkrankung des Gehirns, oder der Hirnhaut. Übertragen wird die Krankheit durch Zecken. FSME kommt in vielen Ländern vor, auch in Europa. Die Erkrankung tritt jedoch meist nicht landesweit auf, sondern beschränkt sich auf bestimmte Landesteile, wobei sich die Gebiete Jahr für Jahr ändern.
Ein Gebiet also, das in diesem Jahr als FSME-Risikogebiet eingestuft wurde, muss nicht zwingend im kommenden Jahr ebenfalls als Risikogebiet zählen. Detaillierte Informationen bieten so genannte Zeckenkarten. Da die Erkrankung nicht nur in speziellen Berufsgruppen, wie Jäger, Förster, Waldarbeiter, auftritt, ist es sinnvoll, sich mit einer entsprechenden Impfung zu schützen. Die Mehrheit der Patienten sind Kinder, und ältere Menschen. Hier ist der Impfschutz besonders empfehlenswert. Im Osten von Europa gilt auch der Verzehr von Rohmilch, bzw. von Rohmilchprodukten als Übertragungsweg. Zecken werden bei Temperaturen ab etwa 7°C aktiv, also meist ab März. Allerdings durch konstant bleibende Temperaturen in milden Wintern kann das Risiko bereits ab Februar bestehen, von einer Zecke gestochen zu werden. Zecken lauern im hohen Gras und in Sträuchern. Haben sie einen geeigneten Wirt gefunden, „schlagen sie zu“. Nicht jede Zecke ist mit Erregern infiziert, also bedeutet nicht jeder Zeckenstich gleich eine Infektion. Ausreichender Schutz ist trotzdem mehr als nur sinnvoll. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich. Die Inkubationszeit beträgt zwischen 1 und 2 Wochen.

Symptome/Diagnose
Eine FSME Erkrankung stufen die Mediziner in zwei Krankheitsphasen ein. Die erste Phase beginnt nach der Inkubationszeit und äußert sich in Symptomen, wie Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, Appetitlosigkeit, Durchfall, Schnupfen, Bauchschmerzen und Übelkeit, manchmal auch Erbrechen. Bei den meisten Patienten ist die Erkrankung somit auch schon erledigt. Etwa 10% der Patienten treten nach einer etwa einwöchigen symptomfreien Zeit in die zweite Phase ein. Die zweite Phase weist neurologische Beschwerden auf. Die Patienten klagen erneut über hohes Fieber, und sehr starken Kopf-, Glieder- und Muskelschmerzen. Allgemein fühlen sich die Erkrankten sehr krank und kraftlos. Die Erkrankung kann von nun an mehrere Verläufe nehmen. Bei fast der hälften der Patienten kommt es zu einer Hirnhautentzündung. Heftige Kopfschmerzen, Nackensteife, Übelkeit, Erbrechen, Lichtempfindlichkeit und Schwindelgefühle bilden das typische Beschwerdebild. Bei etwa 50% der Patienten entwickelt sich zusätzlich auch eine Gehirnentzündung, mit ähnlichen Symptomen, wie bei der Hirnhautentzündung. Zusätzlich zu diesen zeigen die Patienten Lähmungserscheinungen, Wesensveränderungen, Sprach- und Bewusstsein- und Konzentrationsstörungen. Zu einem besonders schweren Verlauf kommt es, wenn sich die Erkrankung zu einer Meningoenzephalomyelitis entwickelt. Hierbei spricht man von einer Entzündung des Hirn- und Rückenmarkgewebes. Diese Phase ähnelt stark einer sehr schweren Poliomyelitis.

Um eine Diagnose stellen zu können, muss der Arzt folgendes wissen:
- wurde der Patient kürzlich von einer Zecke gestochen?
- wenn ja, passierte dies in einem Risikogebiet? (Wenn man es nicht weiß, einfach am besten die Region nennen, wo man sich etwa 8 Tage bis zwei Wochen vor den ersten Symptomen sich aufgehalten hat)

Die Antworten auf diese Fragen geben dem Arzt erste Hinweise auf eine mögliche Infektion durch FSME-Viren. Im Rahmen weiterer Untersuchungen können Erreger, bzw. Antikörper nachgewiesen werden. Die Untersuchung des Liquor und des Blutes können eine Diagnose sichern und unterstützen. In einigen Fällen kann eine tomographische Untersuchung erforderlich sein. Eine Kernspin-Tomographie kann Aufschluss darüber geben, ob bestimmte Gehirnareale, bzw. das Nervensystem bereits von der Erkrankung betroffen sind. Diese Untersuchung ist sinnvoll in der zweiten Phase der Erkrankung.

Therapie/Verlauf
Die Therapie bei FSME gestaltet sich nach Ausbruch der Krankheit schwierig. Es werden die Symptome behandelt. Die Patienten benötigen strenge Bettruhe. Verabreicht werden zudem häufig auch Medikamente gegen Schmerzen und epileptischen Anfällen. Bei Patienten in der zweiten Phase, bzw. mit neurologischen Beschwerden ist eine ständige Überwachung notwendig, um mögliche Komplikationen vermeiden zu können, sowie um bei Komplikationen sofort eingreifen zu können. Bei Patienten, deren Krankheitsverlauf schwer ist, ist eine intensivmedizinische Betreuung vorgesehen.

Prophylaxe/Impfung
Gegen FSME gibt es eine wirksame Impfung, die man sich vorzugsweise im Winter geben lassen sollte, um einen Schutz zu Beginn der Zecken-Saison gewährleisten zu können. Die Grundimmunisierung besteht aus 3 Injektionen. Nach der dritten Impfung hält der Schutz 5 Jahre an. Danach ist eine Auffrischung empfehlenswert. Die Impfung ist insbesondere für Kinder zwischen 5 und 14 Jahren, sowie für ältere Menschen ab 65 Jahren unbedingt anzuraten. Trotz Impfung sollte man sich Mühe geben, Zeckenstiche zu vermeiden. Wenn Sie sich häufig im Grünen und in Wäldern aufhalten, vor allem in Risikogebieten, tragen Sie zu Ihrem eigenen Schutz fest verschnürte Schuhe, lange Hosen, die in Socken gesteckt werden. Nach jedem Aufenthalt sollte man sich auf Zecken untersuchen. Diese suchen sich bevorzugt feucht-warme Körperstellen (Schambereich, Achselhöhlen, Haaransatz am Nacken), aber auch an anderen Körperstellen stechen sie zu. Eine gründliche Untersuchung und sofortige Entfernung eventuell vorhandenen Zecken ist notwendig.

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