Die Meningokokken Meningitis



Beschreibung/Ursache
Die Meningokokken Meningitis ist eine der meisten gefürchteten bakteriellen Hirnhautentzündungen. Die Erkrankung kommt weltweit vor, und verbreitet sich oft epidemieartig. Für die Erkrankung sind Bakterien (Meningokokken) verantwortlich. Irrwitzigerweise siedeln sich diese Bakterien in den Nasen-Rachen-Bereich an.
Sie sind bei fast der Hälfte der Bevölkerung durch einen Abstrich aus diesem Bereich auch nachweisbar. Bei einigen Menschen führen diese Bakterien zu einer Meningitis, bei wieder anderen nicht. Die Ursache für diesen Unterschied ist bisher nicht bekannt. Die Infektion selbst wird durch Tröpfcheninfektion übertragen. Auch der direkte Kontakt mit Menschen, die an einer Meningokokken Infektion leiden, führt zu einer Ansteckung. Der bloße Verdacht auf die Krankheit, sowie eine definitive Erkrankung, aber auch der Tod durch die Krankheit ist in Deutschland meldepflichtig. Die Erreger werden medizinisch in mehrere Gruppen geordnet. Man unterscheidet zwischen den Gruppen A, B, C und Y, wobei gegen die Serotypen A, C und Y eine wirksame Impfung gibt. Gerade für Serotyp B, der in Deutschland häufig vorkommt, gibt es keine Impfmöglichkeit.

Vermehrt kommen Meningokokken Infektionen zwischen Dezember und Juni im so genannten Meningitisgürtel vor. Der Meningitisgürtel liegt südlich der Sahara vom Sudan bis Gambia. Die Erkrankung kann jedoch grundsätzlich in allen Ländern vorkommen, insbesondere dort, wo schlechte, oder mangelnde Hygienebedingungen herrschen. Die am häufigsten auftretende Meningokokken Meningitis wird durch die Serotypen A und C verursacht.

Symptome/Diagnose
Die Inkubationszeit beträgt bei einer Meningokokken Meningitis zwischen 2 und 10 Tagen, wobei die ersten Anzeichen häufig mit einer Grippe verwechselt werden können. Erste Anzeichen sind Fieber, das sich schwer senken lässt, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen, Abgeschlagenheit, Gelenk- und Muskelschmerzen. Kurze Zeit später treten dann auch eindeutigere Symptome, wie Erbrechen, Nackensteifigkeit, Krämpfe, oder Bewusstseinsstörungen auf. Auch ein übermäßiges Schlafbedürfnis, sowie eine starke Lichtempfindlichkeit können Anzeichen von Meningitis sein.

Bei Kleinkindern und älteren Menschen kann die Symptomatik zunächst keinen Anhaltspunkt liefern, da diese sich von den „üblichen“ Symptomen deutlich unterscheiden. Kleinkinder sind Berührungsempfindlich, verweigern die Nahrung, sind apathisch, oder unruhig. Fieber bleibt meist aus. Das Ausbleiben vom Fieber ist auch bei älteren Menschen ein Problem, da bei ihnen häufig die einzigen Symptome Bewusstseinsstörungen sind, und so eine Diagnose in Richtung Schlaganfall tendiert. Erst die Liquor-Entnahme und eine Blutuntersuchung können genaue Anhaltspunkte liefern. Bei vielen Patienten treten auch punkförmige Einblutungen in den Schleimhäuten, Augen, und der Haut auf. Diese Einblutungen sind ein untrügliches Zeichen von lebensbedrohlichem Krankheitsverlauf. Nicht selten tritt der Tod bereits nach wenigen Stunden ein. Bei einer Meningokokken Meningitis heißt also sofort zu handeln.

Die Diagnose erfolgt nicht nur anhand der Krankengeschichte, sondern auch anhand der körperlichen Symptome, wie beispielsweise die Nackensteifigkeit. Patienten können ihren Kopf nur leicht, oder gar nicht vom Kissen heben, diese Bewegung bereitet ihnen höllische Schmerzen. Um die Diagnose bestätigen zu können, ist eine Lumbalpunktion erforderlich. Aus dem Rückenmarkkanal wird Flüssigkeit (Liquor) entnommen. Durch spezielle Bakterienkulturen können so die Erreger im Liquor mikroskopisch nachgewiesen werden. Vor allem bei fibrösen Verläufen lassen sich Erreger auch im Blut nachweisen. Zudem liefern Untersuchungen, wie Kernspintomographie, oder Computertomographie weitere Anhaltspunkte zum Krankheitsverlauf und eventuell vorhandene Hirnödeme, oder sonstige Komplikationen.

Therapie/Verlauf
Die Therapie muss bei einer Meningokokken Meningitis sofort medizinisch behandelt werden. Als erstes werden Blut und Liquor entnommen, danach erhalten die Patienten umgehend spezielle Antibiotika verabreicht. Diese Maßnahme wird auch beim bloßen Verdacht durchgeführt. Zunächst wird eine Kombination aus mehreren Antibiotika verabreicht, bis der Erreger genau identifiziert werden kann. Erst, wenn der Erreger bekannt ist, wird das Medikament auf ein Mittel reduziert, das den Erreger sicher bekämpfen kann. Eine Therapie erfolgt in jedem Fall stationär im Krankenhaus. Angesichts der Tatsache, dass die Erreger durch Tröpfcheninfektion übertragen werden, werden die Patienten in den ersten Tagen auf der Isolierstation behandelt. In vielen Fällen ist auch eine intensivmedizinische Behandlung notwendig.

Der Verlauf kann mild, oder sehr heftig und lebensbedrohlich sein. Wichtig ist, dass man bei den ersten Anzeichen einer Meningokokken Meningitis sofort einen Arzt aufsucht. Selbstmedikation und diverse Experimente helfen hier nichts, ganz im Gegenteil, damit kann man nur großen Schaden anrichten. Ohne Behandlung verläuft die Erkrankung in den meisten Fällen tödlich. Eine Spontanheilung ist nahezu auszuschließen.

Prophylaxe/Impfung
Eine Impfung gegen die Serotypen A, C und Y steht zur Verfügung. Ob Sie auch eine Impfung benötigen, erfahren Sie bei den Tropeninstituten, bzw. bei einem Tropenmediziner. Nicht in jedem Fall ist eine Impfung notwendig, doch sie bietet zuverlässigen Schutz vor Meningokokken. Wenn Sie in Länder reisen, so mangelnde, oder sehr schlechte Hygienebedingungen herrschen, achten Sie bitte selbst auf eine penible persönliche Hygiene.

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