Mosteiro de Santa Maria de Alcobaça



Die größte Kirche Portugals ist das Mosteiro de Santa Maria de Alcobaça, in der gleichnamigen Stadt. Die Kirche ist zugleich auch ein Kloster, das ursprünglich als Zisterzienserkloster gegründet war. Das Kloster wurde von König Afonso Henriques im Jahr 1148 gegründet,
als Dank für die Erfolgreiche Vertreibung der Mauren aus Santarém. Das Kloster wurde auch in der darauf folgenden Zeit, über die Jahrhunderte hindurch reich von den Monarchen Portugals beschenkt. Erweiterungen und Umbauten wurden durchgeführt, finanziert von der jeweiligen Königsfamilie. Zu den Gönnern des Klosters gehörte auch König Pedro I. Er wählte für sich und für seine Geliebte die Kirche als letzte Ruhestätte. Um den Tod der Geliebten, einer einfachen Hofdame namens Inés de Castro gibt es gruselige Geschichten, die allerdings durchaus der Wahrheit entsprechen. König Pedro I. liebte die einfache Hofdame, dennoch war er aus politischen und gesellschaftlichen Gründen gezwungen gewesen, Constanza von Kastilien zu heiraten. Als seine Gemahlin starb, verbrachte Dom Pedro I. sein Leben mit Inés, bis zu ihrer Ermordung. König Afonso IV. war nicht von seiner Überzeugung abzubringen, Inés sei eine Gefahr für das Land und für die königliche Familie und ließ sie am 7. Januar 1355 töten. Als Dom Afonso IV. starb, übte Dom Pedro I. Gerechtigkeit an ihren Mördern, indem er deren Herzen aus dem Körper reißen ließ. Posthum wurde Inés (wohlgemerkt nach einer Exhumierung) gekrönt und zur Gemahlin Dom Pedros I. erklärt. Beide Sarkophage befinden sich in der Kirche des Klosters.

Nicht nur von Außen ist die größte Kirche Portugals imposant. Da das gesamte Bauwerk überraschend gut erhalten ist, lohnt sich auch ein Rundgang, um das Innere des Klosters zu bestaunen. Der Kreuzgang ist besonders sehenswert, auch die beiden Sarkophage können besucht werden. Die Gründung Portugals, als Staat steht mit der Gründung des Klosters von Alcobaça im direkten Zusammenhang. Auch existieren einige Sagen über das Kloster. Denen zur Folge lebten im Kloster 999 Mönche, der Platz des Tausendsten war dem König vorbehalten. Außer den beiden königlichen Sarkophagen von Dom Pedro I. und seiner Geliebten Inés, wurden auch die Könige Alfons I. und Alfons II. in dieser Kirche bestattet. Napoleons Soldaten öffneten die Gräber und schändeten sie. Die Mönche ließen die Schändung nicht auf sich beruhen, sammelten später alles wieder zusammen und brachten die Überreste in die Gräber zurück. Diese wurden anschließend verschlossen. Zu besichtigen ist die gesamte Anlage. Für den Besuch sollte man nach Möglichkeit mehrere Stunden einplanen, denn es lohnt sich, alles zu besichtigen.

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