Die Geschlechtertürme in San Gimignano



Wer die kleine mittelalterliche Stadt San Gimignano in der italienischen Provinz Siena von Weitem sieht, wird erstaunt sein: Majestätisch liegt sie auf einem Hügel, von einer Wehrmauer umgeben und inmitten dieser Mauer erhebt sich eine ihrer wichtigsten Sehenswürdigkeiten: die Geschlechtertürme,
jene meist quadratische Wohntürme angesehener Patrizierfamilien aus dem 12. bis 14. Jahrhundert. 72 dieser Geschlechtertürme gab es einst. Heute sind noch 14 davon erhalten. Und die sind, ebenso so wie die gesamte Altstadt San Gimignanos im Herzen der Toskana, über die Jahrhunderte gut gepflegt und somit noch heute in einem hervorragenden Zustand. Das erkannte auch die UNESCO und ernannte die Geschlechtertürme, im Volksmund auch das "Manhattan des Mittelalters" genannt, 1990 zum Weltkulturerbe. Der Bau Geschlechtertürme von San Gimigniano begann im Hochmittelalter - also ungefähr ab dem Jahre 1150. Es war eine Zeit der Kriege und Kämpfe. Der Widerstand des oberitalienischen Städtebundes rebellierte gegen den Kaiser - ein Kampf der Guelfen gegen die Ghibellinen. Es war aber auch eine Zeit, in der die Adelsfamilien unter sich heftige Rivalitäten austrugen. Ihre Macht wollten die Patrizierfamilien auch mit dem Bau ihrer jeweiligen Geschlechtertürme demonstrieren. Denn: Je höher der Turm einer Familie, desto größer war ihr Ansehen in San Gimignano und in der Provinz Siena.

Immer höher wurden die Geschlechtertürme – und dadurch auch immer instabiler. Die Neigung dieser einmaligen Sehenswürdigkeiten von San Gimigniano führen Spezialisten auf die Bodensenkung zurück. Andere wiederum behaupten, es sei Absicht der Baumeister gewesen, die damit ihre hervorragenden Fertigkeiten unter Beweis stellen wollten.

Geschlechtertürme San Gimignano
Die Geschlechtertürme in San Gimignano

Erst Mitte des 13. Jahrhunderts beschloss der Staat eine maximale Obergrenze der Geschlechtertürme. Als Maß galt mit 54 m Höhe der Rathausturm. Höhere Türme mussten bis zu dieser Obergrenze herunter gebrochen werden. Der Torre Grossa, der „dicke Turm“ ist damit auch heute noch der höchste Turm. Und er der einzige, der für Besucher offen und zu besichtigen ist. Eine Besichtigung lohnt sich: Von hier aus hat man einen fantastischen Blick auf San Gimignano und die Umgebung der Ortschaft.

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